Veranstaltungsflyer der Heimatvereine Wippingen und Werpeloh

Die Heimatvereine Wippingen und Werpeloh haben ihren gemeinsamen Veranstaltungsflyer für 2024 veröffentlicht.

Auch im Heimathaus in Werpeloh gibt es seit einiger Zeit monatlich das Angebot von Kaffee und Kuchen. Wer sich in Wippingen aufs Rad schwingt, muss sich an diesen Tagen keine große Gedanken über ein lohnenswertes Ziel machen. [jdm]

Ratssplitter: Ampelanlage und Windpark

Die vorgesehene Ampelanlage beim Friedhof konnte nach Angaben von Bürgermeister Martin Hempen noch nicht erstellt werden, weil offensichtlich das erforderliche Stromkabel nicht verlegt wurde. Jetzt wird nach einer Lösung gesucht.

Die Frage, ob ein Windpark in Wippingen Chancen auf eine Realisierung hat, wird sich nach Ansicht von Hempen am Montag, den 15. April, ab 15 Uhr zeigen. Dann wird in einer Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung das Ergebnis einer Potentialflächenanalyse besprochen. Der Entwurf für eine detaillierte regionale Gebietskulisse für das sachliche Teilprogramm Windenergie des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) wird im Ausschuss für Kreisentwicklung von Jan-Christoph Sicard von der Planungsgruppe Umwelt, Hannover, vorgestellt. In der Beschlussvorlage des Landkreises heißt es, dass nach Vorstellung und Besprechung der Planungsergebnisse im Ausschuss für Kreisentwicklung der Planentwurf der Öffentlichkeit auf den Internetseiten des Landkreises Emsland zugänglich gemacht werden soll. [jdm]

Haushaltsberatungen im Gemeinderat

Präsentation zum Wippinger Haushalt 2024

Heinz-Hermann Lager begann seine Präsentation zur Vorstellung des Wippinger Gemeindehaushaltes mit einem Rückblick auf das vergangene Haushaltsjahr 2023, in dem es zwei herausragende Zahlen gegeben habe. Im ordentlichen Ergebnis habe man statt der veranschlagten 40.500 € den Betrag von 402.916 € erwirtschaftet. Also blieben von den ordentlichen Einnahmen nach Abzug der ordentlichen Ausgaben 402.916 € übrig, die investiert werden konnten.  Ein nachhaltiger Haushalt sollte immer ein Ergebnis über Null haben. Auch der Kassenbestand sei mit 903.814 € erheblich. Diese gute Situation sei vor allem auf höhere Gewerbesteuereinnahmen zurückzuführen. Aber auch, dass man erstmals nach langer Zeit wieder Zinseinnahmen in Höhe von 30300 € gehabt habe, spiele hier eine Rolle.

Die Einnahmen aus der Einkommensteuer seien dagegen leicht rückläufig. Die Gemeinden erhalten einen Anteil von 15% am Einkommensteueraufkommen und von 12% auf die Kapitalertragssteuereinnahmen (Abgeltungssteuer) des Bundes. Die für die Berechnung maßgeblichen Schlüsselzahlen werden auf Basis der tatsächlichen Einkommensteuer- und Abgeltungssteuerzahlungen der Einwohner jeder Gemeinde berechnet. Diese Schlüsselzahl wurde ab 2024 zugunsten der Gemeinde Wippingen erhöht, so dass die  Verluste bei der Einkommensteuer auch 2024 nur mäßig durchschlagen. Lager sieht diese Delle bei der Einkommensteuer als ein Anzeichen der wirtschaftlichen Stagnation.

2024 wird die Gemeinde keine neuen Kredite benötigen, so dass der Stand der Darlehen, die zu bedienen sind, am Ende des Jahres bei 863.410 € liegen wird. Die Gewerbesteuereinnahmen werden nicht so hoch geschätzt, wie im letzten Jahr, aber mit 536.300 € immer noch sehr hoch. Auch 2024 wird die Einkommensteuer die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde bleiben. Auf der Einnahmenseite findet sich im Haushalt der Posten „sonstige privatrechtliche Leistungsentgelte“. Dabei handelt es sich im Wesentlichen üm die Leistungsentgelte vom Kieswerk.

Bei den laufenden Ausgaben fällt der Posten „Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen“ mit 184.000 € auf. Hier handelt es sich vor allem um die Straßenunterhaltung. Auf Nachfrage von Hermann-Josef Pieper erläuterte Bürgermeister Martin Hempen, dass mit erheblichen Aufwendungen gerechnet wird. Allerdings könnten diese erst präzisiert werden, wenn die Frühjahrsschau mit dem Wegezweckverband durchgeführt worden sei. Aus dem Publikum kam der Hinweis, dass die Straßenseitenräume der Schützenstraße und der Verbindungsstraße von der Neudörpener Straße nach Neuahlen vollkommen desolat seien und für Radfahrer bei Begegnungsverkehr erhebliches Gefahrenpotential bürgen. Hempen sagte, er habe bisher mehrfach erfolglos den Wegezweckverband zur Reparatur aufgefordert.

Überrascht zeigte sich Lager von den Kosten für „Erstattung an Gemeinden und Gemeindeverbände“ in Höhe von 20.000 €. Im letzten Jahr wurden hier 8.900 € gebraucht. Diese Erhöhung stammt vor allem von den Zuschüssen an die Kreismusikschule in Höhe von 11.300 €, die die Gemeinde abhängig von der Zahl der Musikschüler aus der Gemeinde zahlen muss. Anscheinend gebe es derzeit geradezu einen Boom von Wippingern, die am Musikunterricht teilnähmen.

Die Unterhaltungszuschüsse an die Kita sind wieder um 19.700 € auf 161.400 € gestiegen und machen damit – wie in anderen Gemeinden auch – den größten laufenden Ausgabenposten aus.

Bei den Investitionen sind 400.000 € für den Ankauf von Gewerbeflächen geplant. Die Erweiterung der Straßenbeleuchtung erfordert 43.000 €; für die Umstellung auf LED sind 25.000 € eingeplant. Für die vergangenen Investitionen in die Kiga müssen in diesem Jahr noch 200.000 € abgerechnet werden. Die 72-Stunden-Aktion der KLJB wird mit 32.000 € bezuschusst. Für den Radweg auf dem Harpel ist wieder Geld eingestellt worden. Der Sportverein bekommt 5.900 € für die Umstellung der Flutlichtanlage auf LED und für die Sanierung des Tennishauses 15.000 €. [jdm]

Essensspenden für die 72-Stunden-Aktion

Vom 18. bis zum 21.04. findet in Wippingen die 72-Stunden-Aktion statt. Dabei haben wir als Landjugend 72 Stunden Zeit ein Projekt der Gemeinde umzusetzen. Es werden sehr viele jugendliche Helferinnen und Helfer erwartet, weshalb wir die Unterstützung der Gemeinde benötigen.

Im Dorfladen hängt eine Liste für Essensspenden, in die ihr euch gerne eintragen könnt, um zum Beispiel einen Kuchen oder ein Brot zu spenden. Danke an alle Untersützenden! [Jens Gerdes]

Pistorius plant den Krieg – Donald Tusk: Befinden uns in der Vorkriegszeit

Am 10. April 1945 näherten sich von Dörpen her kanadische Panzer über die Strootburg Wippingen. Damit war der 2. Weltkrieg in Wippingen zu Ende.

Davor lag der von Deutschland entfachte Weltkrieg, dem weltweit ca. 60 Millionen Menschen zum Opfer fielen, davon allein 27 Millionen Menschen in der Sowjetunion. Im Windschatten des Krieges ermordeten die Deutschen 6 Millionen Juden; etwa 200.000 Roma und Sinti wurden ermordet. Unzählige Menschen waren körperlich und psychisch verwundet. Praktisch alle deutschen Städte waren im Bombenhagel zerstört worden. Die NZZ schreibt, im Zweiten Weltkrieg seien 3,5 Prozent der damaligen Weltbevölkerung ums Leben gekommen.

Da sollte man doch glauben, dass niemand mehr ernsthaft einen Krieg als Handlungsoption ins Auge fasst. Und wenn doch einer begonnen wird, dass alles daran gesetzt wird, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden, weil alle Alternativen zum Krieg besser sind.

Stattdessen plant der deutsche Kriegsminister Boris Pistorius, ganz Deutschland kriegstüchtig zu machen. Die Kultusminister öffnen die Schulen für Kriegspropaganda durch die Bundeswehr. Der Finanzminister ist bereit, den Sozialstaat mit Hilfe der Schuldenbremse zu zerstören, aber alle Militärausgaben weiter zu erhöhen. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk sagte, eine neue Ära habe begonnen: „die Vorkriegszeit. Ich übertreibe nicht; das wird jeden Tag deutlicher. Ich möchte niemandem Angst machen, aber Krieg ist kein Konzept mehr aus der Vergangenheit.“

Eine Analyse der Informationsstelle Militarisierung e.V. beschreibt, wie die Strukturreform für die „Bundeswehr der Zeitenwende“, die Pistorius vor fünf Tagen vorstellte, die gesamte Bundeswehr auf Kriegstüchtigkeit ausrichtet. Pistorius bereitet die flächendeckende Musterung von Jugendlichen, die ihm ohnehin als Ziel vorschwebt, auf der Verwaltungsseite bereits vor. Die Umstrukturierung der Bundeswehr zielt auf eine Ausrichtung auf ein Kriegsbild der hoch vernetzten, digitalisierten Kriegsführung der Zukunft.

Bereits 2018 sprach der deutsche General Frank Leidenberger davon, dass sich Deutschland in einem „lauwarmen“ Krieg befinde. Damit drückte er den US-Gedanken aus, dass es zwischen den Großmächten keinen Frieden geben kann, sondern nur Phasen der Konkurrenz und der offenen Konfrontation, die dann wiederum von einer weiteren Phase der Konkurrenz abgelöst würden. Es ist permanent vonnöten, die feindlichen Systeme auszuspähen und zu testen: durch verdeckte und offene Cyberangriffe, durch Überflüge von Kampf- und Aufklärungsflugzeugen entlang der gegnerischen Linien oder das Kreuzen von Schiffen durch Seegebiete, die vom Gegner als eigenes Territorium angesehen werden. In der Ukraine gibt es den heißen Krieg; die Nato führt derweil weiter den lauwarmen Krieg, der immer mit der Möglichkeit des heißen Kriegs spielt und somit die Chance auf einen Frieden unmöglich macht. [jdm]

Bücherei geöffnet

Die Wippinger Bücherei ist am Mittwochabend ab 19 Uhr geöffnet. [Kathrin Richert]

Besuch der Rumänischen Kirche in Sögel

Am Sonntag, dem 17.03.24, hatte der Heimatverein Wippingen zusammen mit dem Heimatverein Werpeloh zu einem Besuch der Rumänisch Orthodoxen Kirche in Sögel eingeladen. Aus Wippingen beteiligten sich 33 und aus Werpeloh 19 Personen.

Durch ein Mitglied des Kirchenvorstands der orthodoxen Kirche wurden uns die Kirche in ihrem Aufbau und die Zeremonien des Gottesdienstes erklärt. Ein besonderes Merkmal, in dem sich die Orthodoxie von der katholischen Kirche unterscheidet, ist das Zölibat: In dieser Glaubensgemeinschaft müssen die Pastoren, Popen genannt, verheiratet sein und dann Kinder bekommen.

Am Sonntagnachmittag besuchten wir anschließend noch eine Untergruppe vom Heimatverein Sögel, das Forum Sögel. Während die Gruppe sich vorstellte und uns die Themen ihrer Arbeit erläuterte, wurden uns Getränke und Kuchen angeboten. Das Forum Sögel hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte von Clemenswerth und dem Hümmling bis 1945 aufzuarbeiten. [Heinz Schulte]

Churchill hätte Putin verstanden

Ein bisschen Weiterbildung in Sachen neuzeitliche Geschichte und Politikwissenschaften kann nicht schaden. Sie wäre so wichtig, um den Kriegs-Wahnsinn unserer Regierung zu stoppen. Sie wäre mindestens genauso wichtig, um Redakteure der Medien in die Lage zu versetzen, einer echten Bürger-Opposition ein Sprachrohr zu geben.

Empathie ist die Fähigkeit, sich in Gedanken und Gefühle anderer hineinversetzen zu können. Im neuen Blog-Beitrag von Ulrich Scholz beschreibt er Churchills Gedanken, wie es zum Aufstieg der Nazis und zum 2. Weltkrieg kommen konnte. Mehr im Blog-Beitrag ... .[Ulrich Scholz]

Gedenkstätte Esterwegen zeigt Fotografien aus dem Zweitem Weltkrieg

Fahnenappell im Lager VI in Oberlangen nach der Befreiung der kriegsgefangenen Polinnen
Fahnenappell im Lager VI in Oberlangen nach der Befreiung der kriegsgefangenen Polinnen

Anlässlich des 79. Befreiungstages des Emslandlagers Oberlangen findet am Sonntag, 14. April, um 15 Uhr die Eröffnung der Ausstellung „Die 1. Polnische Panzerdivision und die Befreiung des Emslandes 1945“ in der Gedenkstätte Esterwegen, Hinterm Busch 1, statt. Die Ausstellung zeigt 130 Fotografien der polnischen Einheit, die 1942 in Schottland gegründet worden war und von August 1944 bis Mai 1945 an der Seite der Alliierten in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland gekämpft hatte.

Dabei befreite die polnische Panzerdivision unter dem Kommando von General Stanislaw Maczek am 12. April 1945 auch das Emslandlager Oberlangen. In dem Kriegsgefangenenlager waren zum Zeitpunkt der Befreiung etwa 1.700 polnische Frauen inhaftiert, die am War-schauer Aufstand mitgekämpft hatten. Neben den Fotografien wird die Ausstellung von Seiten der Gedenkstätte durch Film- und Videoexponate ergänzt. Die Ausstellung wird in der Gedenkstätte Esterwegen vom 14. April bis 4. August zu den Öffnungszeiten der Einrichtung (dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr) zu sehen sein. Der Eintritt ist frei. (Landkreis Emsland/Foto: Kreisarchiv Emsland PH 9 Nr. 541)

Bifurkation – seltene geographische Besonderheit am Amazonas und an der Hase

Screenshot Bifurkation.de

Flüsse, haben wir gelernt, streben talwärts und irgendwann erreicht das Wasser das Meer. Darüber, ob das Wasser in Deutschland zum Beispiel Richtung Donau und damit in das Schwarze Meer fließt oder ob das Wasser über den Rhein in die Nordsee fließt, ist die Lage des Flusses im Verhältnis zu der Rhein-Donau-Wasserscheide entscheidend. Und ob das Wasser dann weiter zum Rhein oder in die Ems fließt, entscheidet die Rhein-Ems-Wasserscheide. Klar, denn das Wasser fließt immer bergab und an der Wasserscheide nimmt das Wasser den Weg des geringsten Widerstandes.

Alexander von Humboldt wollte auf seiner Südamerikareise 1801 klären, ob es einen Kanal zwischen den beiden wasserreichsten Flüssen des Kontinents, dem Orinoco und dem Amazonas, gibt. Die Berichte über diesen „Kanal“ waren schon 250 Jahre alt, aber niemand hatte dies zweifelsfrei bestätigen können. Die Wissenschaftler hielten dies auch für ausgeschlossen, weil das Wasser sich für eine Talrichtung entscheidet. Wie sollte es da einen Kanal geben, der nicht in die eine oder andere Richtung ausgelaufen wäre.

Alexander von Humboldt hoffte, dass ein solcher natürlicher Kanal eine große Bedeutung als Schifffahrtskanal entwickeln könnte. Er entdeckte schließlich die Orinoco-Abzweigung des Río Casiquiare. Die Wassermassen des Orinoco teilten sich hier in zwei Flüsse. Bei Hochwasser fließt bis zu einem Drittel des Wasser im Bett des Río Casiquiare weiter, der überwiegende Teil fließt im Orinoco weiter. Die Wasserscheide liegt hier also mitten im Fluss. Die Quelle des Río Casiquiare ist somit der Fluss Orinoco. Der Río Casiquiare ist der linke Quellfluss des Río Negro, der wiederum einer der größten Quellflüsse des Amazonas ist. Somit gab es diese Verbindung zwischen den beiden Flusssystemen. Eine solche seltene Wasserscheide in einem Fluss nennt sich Bifurkation.

Bifurkation Hase-Else bei Melle

Südlich von Osnabrück ist eine solche Bifurkation - wenn auch in kleinerem Maßstab - zu beobachten. Die Else ist ein linker Nebenfluss der Werre im nordöstlichen Nordrhein-Westfalen und im südlichen Niedersachsen. Auch die Else entsteht als hydrologische Besonderheit an einer Bifurkation. Die Bifurkation befindet sich bei Gesmold (Stadt Melle) in Niedersachsen, wo die Else von der Hase abzweigt. Die Else hat somit keine Quelle, sondern ihr Ursprung liegt in der Hase. Die Hase verliert hier rund ein Drittel des ankommenden Wassers, das dann über die Else den östlichen Weg Richtung Weser nimmt. Die Hase fließt im Gegensatz zur Else nordwestlich der Ems zu. Letztendlich landet das ganze Wasser beider Flüsse wieder in der Nordsee.

Der Heimatverein Gesmold e.V. hat eine eigene Internetpräsenz gestaltet, um den Umweltbildungsstandort Bifurkation ausführlich vorzustellen. Vorort sind Führungen möglich. [jdm/Wikipedia-Foto: von Benutzer:Arminia, Ausschnitt erstellt von Benutzer:LeonWeber {{GFDL}]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 08.04.2024: Dalum
Dienstag, 09.04.2024: Vrees
Mittwoch, 10.04.2024: Meppen
Donnerstag, 11.04.2024: Haselünne
Freitag, 12.04.2024: Lingen
Samstag, 13.04.2024: Papenburg
Sonntag, 14.04.2024: Hilkenbrook
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Todesursache: Krankenhaussystem

In der vergangenen Woche ist mein Betreuter Heinrich (59 Jahre alt, Name geändert) verstorben. Eine Ursache für seinen Tod wurde nicht diagnostiziert. Nach meiner nicht medizinfachlichen Einschätzung ist er 2,5 Monate nach den ersten Beschwerden durch Nichtbehandlung durch unser Krankenhaussystem verstorben. Dieses System krankt daran, dass ambulante Behandlungen Vorrang bekommen, auch wenn eine stationäre Diagnostik lebenswichtig ist.

Heinrich magerte plötzlich ab. Er klagte über Schmerzen im Arm. Der Notdienst des Hümmling Krankenhauses Sögel legte den Arm in Gips und verordnete eine ambulante MRT-Untersuchung. Ein Termin für ein MRT in Cloppenburg konnte wahrgenommen werden, aber die Untersuchung konnte in diesem Gerät nicht durchgeführt werden, weil Heinrich wegen der Schmerzen im Arm den Arm nicht ausstrecken konnte. Wegen der Hilflosigkeit von Heinrich wurde ein Pflegedienst (mit Rezept des Hausarztes) beauftragt. Außerdem wurde Essen auf Rädern bestellt.

Heinrichs Allgemeinzustand verschlechtert sich zusehends. Er  will nicht ins Krankenhaus, aber lässt sich von allen Helfern überreden, den Notarzt rufen zu lassen. Im Krankenhaus Sögel wird eine Lungenentzündung festgestellt und mit Antibiotika behandelt. Der Arm wird nicht beachtet. Die Krankenhausleitung erklärt uns, dass nur die für die Aufnahme diagnostizierte Erkrankung behandelt werde, weil nur diese von der Krankenkasse bezahlt werde. Das sei zwar hart, aber so seien die Regeln. Erst nach Intervention der ambulanten Wohnbetreuung und durch mich wird wenigstens ein orthopädisches Konsil durchgeführt. Der Orthopäde diagnostiziert nach einer Ultraschalluntersuchung eine Flüssigkeitsansammlung im Arm und schlägt eine ambulante MRT-Untersuchung vor. Nach einigen Tagen ist die Lungenentzündung im Griff und Heinrich wird entlassen. Ein neuer ambulanter MRT-Termin wird vereinbart. Die Hausarztpraxis spricht davon, dass diese mit einer Sedierung möglich sein sollte.

Doch noch vor dem Termin stürzt Heinrich und bricht sich zwei Rippen. Er ist weiter abgemagert und wird ins Krankenhaus Papenburg eingeliefert. Er wird auf der geriatrischen Station aufgenommen. Es wird uns versichert, dass die Aufnahmediagnose Multikomplexerkrankung laute. Wir haben die Hoffnung, dass nun endlich untersucht werde, warum Heinrichs Allgemeinzustand sich ständig verschlechtert.

Nach einer Woche heißt es, Heinrich werde aus dem Krankenhaus entlassen. Als weitere Behandlung wird Lymphdrainage vorgeschlagen. Wegen des weiter verschlechterten Allgemeinzustandes wird vom Entlassmanagement eine Kurzzeitpflege vorgeschlagen. Die vorläufige Einstufung in den Pflegegrad 2 ist mittlerweile erfolgt. Das Krankenhaus hat offensichtlich den Arm nicht weiter untersucht, wahrscheinlich einfach deshalb, weil  ein Standard-MRT nicht möglich ist.

Der Hausarzt weigert sich, Lymphdrainage zu verschreiben, weil es überhaupt keine Diagnose dafür gebe. Das ist aber auch weiter nicht schlimm, weil es auch nicht gelingt, einen Physiotherapeuten zu finden, der noch Kapazitäten frei hat für den erforderlichen Hausbesuch in der Kurzzeitpflege.

Heinrich sitzt mittlerweile im Rollstuhl und ist in der Kurzzeitpflege froh, dass er rundum versorgt ist und Gesprächspartner findet. Er ist zu schwach, um sich Sorgen zu machen.

Die Hausarztpraxis besorgt einen neuen MRT-Termin am Mittwoch vor Ostern in Cloppenburg. Wir bekommen eine Tablette (Tavor) mit, die Heinrich unterwegs nehmen soll, damit er rechtzeitig sediert ist, wenn der Termin stattfindet. Ich impfe Heinrich auf der Fahrt nach Cloppenburg, dass er unbedingt kooperieren müsse, damit wir endlich eine Diagnose bekommen.

In der Radiologischen Praxis ist man zunächst sauer, weil wir schon wieder auflaufen, denn die Untersuchung war beim letzten Mal schon nicht möglich. Ich sage, wir schaffen das und ich helfe auch. Die Schwierigkeiten sind zunächst einfach „normale“ Schwierigkeiten von behinderten Menschen. Der Rollstuhl darf nicht in den MRT-Raum geschoben werden. Ich als Helfer soll ihn nicht begleiten dürfen, doch nachdem ich alle Metallteile abgelegt habe, darf ich doch. Als ich frage, ob mein Gürtel mit Metallschnalle auch wegmüsse, heißt es plötzlich „Egal, Sie kommen ja nicht ins MRT“. Wir schleppen Heinrich, der nicht allein stehen kann, zum MRT-Gerät. Er gerät in Panik, weil er drei große Stufen (ohne Geländer) hinaufbefördert werden müsste.

Die Mitarbeiterinnen erklären, dass Heinrich unmöglich auf dem Bauch liegend mit ausgestrecktem Arm eine halbe Stunde im MRT verbringen könne. Angesichts seines Hustens „erstickt uns der ja.“ Wir geben auf. Auf Nachfrage erklärt eine Mitarbeiterin, Heinrich könne nur stationär untersucht werden. Ein offenes MRT gebe es in Osnabrück. Das müsse der Hausarzt verschreiben.

Zurückgekommen wird mit der Hausarztpraxis eine Blutentnahme vereinbart, damit Argumente für die stationäre Aufnahme in Osnabrück gewonnen werden können.

Am Karfreitag stellen die Pflegerinnen der Kurzzeitpflege einen Harnverhalt fest und legen einen Katheter an. Es kommt Blut. Der RTW bringt Heinrich ins Krankenhaus nach Leer, Urologie. Dort wird nur der Katheter gewechselt und Heinrich zur Kurzzeitpflege zurückgebracht. Am nächsten Morgen ist die Sauerstoffsättigung so gering, dass die Kurzzeitpflege erneut den Krankenwagen ruft. Heinrich wird nach Sögel gebracht. In der Nacht von Ostermontag auf Dienstag verschlechtert sich der Zustand. Am Dienstagmorgen kurz vor 11 Uhr verstirbt Heinrich. Eine Diagnose hat es nicht gegeben. Eine Krebserkrankung, die spontan nur in der Armbeuge ausbricht, erscheint unwahrscheinlich. Eine Sepsis (Blutvergiftung) wegen einer unbehandelten Entzündung im Arm erscheint wahrscheinlicher. Kein einzelner Arzt hat sich nach den Regeln schuldig gemacht. Eine Überweisung in eine Einrichtung mit einem offenen MRT hätte geholfen. Aber eine solche gezielte Diagnosestrategie ist in unserem Krankenhaussystem nicht mehr vorgesehen.

Bei unklaren Erkrankungen hieß es früher, „der muss ins Krankenhaus, damit man mal rauskriegt, was er hat.“ Das kann man heute vollkommen vergessen. Kurze Krankenhausliegezeiten sind seit einigen Jahren ein Fetisch, dem alle Akteure im Krankenhauswesen anhängen. Früher, heißt es immer wieder, seien Menschen unnötig lange im Krankenhaus geblieben, nur weil das Krankenhaus verdienen wolle. Jetzt würden Kranke mit modernen Methoden behandelt und schnell wieder entlassen, weil das aus verschiedenen Gründen sowieso besser sei. Für die Zeit der Genesung nach einem Eingriff wurde die Kurzzeitpflege ersonnen. Alles billiger – alles besser!

Nach der Konzeption des Gesetzgebers ist die ambulante vertragsärztliche Versorgung vorrangig zu nutzen. Es handelt sich daher um eine Fehlbelegung, wenn die vollstationäre Krankenhausbehandlung nicht erforderlich gewesen ist. Die Beurteilung dieser Frage richtet sich offiziell nach medizinischen Erfordernissen. Die Diagnosestellung soll also immer ambulant erfolgen. Das bedeutet, bei unklaren Erkrankungen, aber auch bei eindeutigen Diagnosen, werden die Patienten auf den Weg durch die ambulanten Praxen verwiesen. Auch bei Krebsverdacht sollen Patienten die lange Wartezeit in Kauf nehmen, der dann vielleicht eine neue lange Wartezeit folgt, weil der erste Facharzt nicht zuständig war. Die Apparate in den Krankenhäusern dürfen nicht benutzt werden, weil für die Krankenkassen die Frage der Vergütung vorrangig vor dem Gesundheitsinteresse der Versicherten ist.

Wurde ein Versicherter in einem Krankenhaus stationär behandelt, obwohl dies nicht erforderlich war, weil eine ambulante Krankenbehandlung nach den oben genannten Kriterien ausgereicht hätte, steht dem Krankenhausträger kein Vergütungsanspruch zu. Das gilt auch dann, wenn die ambulante Behandlung für die Krankenkasse höhere Kosten verursacht hätte. [jdm]

Altgeräte illegal bei Benten entsorgt

Da hat wohl jemand etwas gründlich missverstanden, als er einfach zwei alte Fernseher von riesigen Ausmaßen abends oder nachts auf dem Gelände von Fernseh-Benten entsorgte. Hermann Benten fordert die Besitzer auf, diese Geräte wieder abzuholen. Anderenfalls wird er Anzeige erstatten.

Nach dem Elektrogesetz (ElektroG3) von 2022 müssen Händler mit einer Ladenfläche für Elektro- und Elektronik­­geräte von mindestens 400 Quadratmetern sowie Vertreiber von Lebens­mitteln (Supermärkte) mit einer Gesamt­verkaufs­­fläche von mindestens 800 Quadratmetern, die dort mehrmals im Jahr Elektro­geräte anbieten (z.B. auch Lampen), Altgeräte zurücknehmen. Allerdings gilt die Rücknahmepflicht unabhängig von einem Neukauf nur für Geräte mit einer Geräte-Kanten­länge von maximal 25cm. Größere Geräte müssen die Supermärkte nur im Tausch gegen ein neues, funktional vergleichbares Gerät zurücknehmen.

Kleinere Geschäfte nehmen Altgeräte häufig bei einem Neukauf zurück, aber sind nicht dazu verpflichtet. Das Betriebsgelände des örtlichen Händlers einfach als Mülldeponie zu betrachten, geht also gar nicht.

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Emslandes weist auf seiner Homepage darauf hin, dass Sie alle Altgeräte, von der batteriebetriebenen Armbanduhr über Energiesparlampen und Bügeleisen bis zum Gefrierschrank, auf deren Zentraldeponien in Wesuwe, Venneberg, Flechum und Dörpen kostenfrei abgeben können. Also eine illegale Entsorgung von Altgeräten ergibt überhaupt keinen Sinn. [jdm]

Update vom 08.04.2024: Die Person, die die Fernseher abgelegt hat, hat sich bei Hermann Benten gemeldet. Für Benten ist die Angelegenheit damit erledigt.

Fastenmarsch: Geld bis 14. April abgeben!

Fastenmarsch-Schild

Die Landjugend teilt mit, dass diejenigen, die das Fastenmarsch-Geld noch nicht abgegeben haben, dazu bis zum 14.04.24 Zeit haben, um es bei Nico Gerdes (Kluserstraße 3) abzugeben. [Gretel Frericks]

Fefe: Wie soll Satire mit der Realität konkurrieren?

In seinem heutigen Blog-Beitrag bedauert Fefe die Satiriker:
"Der Überseehafen Rostock hält ein Schiff vom Ablegen ab. Das Schiff fährt unter der Flagge der Marshallinseln und hat Birkenholz aus Russland geladen. Das fällt offenbar unter die Russland-Sanktionen der EU. So und jetzt der Compliance-Bullshit-Teil:

Darüber hinaus befindet sich an Bord eine nicht näher bezifferte Menge angereichertes Uran. Da dieses weder auf der Sanktionsliste der EU noch auf der der USA steht, ist es in diesem Fall weniger relevant.

Kannste dir nicht ausdenken. Die armen Satiriker. ... Ich sage ja schon länger, dass Satire tot ist. Wie soll Satire mit der Realität konkurrieren? Auch der Postillon hat hingeworfen und druckt jetzt einfach Presseerklärungen ab. Was willst du da auch noch satirisch überspitzen!" [jdm]

Am 8. April Samtgemeinderatssitzung

Am Montag, dem 08. April 2024, findet um 18:00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses der Samtgemeinde Dörpen, Hauptstraße 25, 26892 Dörpen, eine Sitzung des Rates der Samtgemeinde Dörpen statt.

Auf der Tagesordnung steht der Haushaltsplan der Samtgemeinde für das Haushaltsjahr 2024. Mit dem Haushaltsplan wird die Verwendung von 13,8 Mio € verplant. Knappe 4 Mio € sollen investiert werden.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt wird der Samtgemeinderat über einen Brief der niedersächsischen Kultusministerin über die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder informiert. Ein Investitionsprogramm für die Schulen im Jahr 2024 soll beschlossen werden. Für Wippingen ist eine Trennwand im Mehrzweckraum vorgesehen.

Ein Ergebnis des Berichts über die Hochwasser-Krise 2023/24 sollen weitere Informationen über die Maßnahmen am Küstenkanal sein. Die Freiwilligen Feuerwehren halten Anschaffungen für die Freiwillige Feuerwehr in Höhe von 128.000 € für notwendig.

In einer weiteren Sitzungsvorlage wird ein Versicherungszuschuss seitens der Samtgemeinde an den Heimatverein Aschendorf-Hümmling e.V. für die Wippinger Durchfahrtsmühle vorgeschlagen. Der Wippinger Gemeinderat hatte auf der letzten Sitzung einen Zuschuss in gleicher Höhe beschlossen. [jdm]

Kinderkrankheiten natürlich behandeln

Der Vortragsabend mit Albine Ritter über Kinderkrankheiten, der eigentlich am 12. März geplant war, wurde aufgrund des Zirkusprojektes auf den 23.4. 2024 verschoben. Er findet um 19.30 Uhr im Pfarrer-Schniers-Haus, Schulstr. 5, in Wippingen statt. Die Gebühr beträgt 10 €. Anmeldungen bei Anita Gerdes 04966 990055.

Viele Kinderkrankheiten, wie Beschwerden, zB. Husten, Schnupfen oder Magen-Darm, lassen sich erfolgreich mit naturheilkundlichen Therapien behandeln. Der Kursabend der Katholischen Erwachsenenbildung bietet eine Übersicht über häufige Kinderkrankheiten und die Möglichkeiten der Behandlung mit oftmals mit „einfachen“ Hausmitteln. [Anita Gerdes]

Gemeinderatssitzung am 11.04.2024

Am Donnerstag, dem 11. April 2024, findet um 19:30 Uhr im Heimathaus Wippingen, Zur Mühle 1, 26892 Wippingen, eine Sitzung des Rates der Gemeinde Wippingen statt.

Auf der Tagesordnung steht der Haushaltsplan der Gemeinde für 2024. Weitere Tagesordnungspunkte sind die Prüfung der Jahresabschlüsse 2016 und 2017 der Gemeinde Wippingen und die Zustimmung zum Haushaltsplan der Kindertagesstätte St. Batholomäus, Wippingen 2024.

Die Änderung der Satzung über die Entschädigung der Ratsmitglieder, der nicht dem Rat angehörenden Ausschussmitglieder und der ehrenamtlich tätigen Personen in der Gemeinde Wippingen soll jetzt mit den eingearbeiteten Änderungen der letzten Sitzung verabschiedet werden.

Der Vorschlag für die Anpassung der Kita-Beiträge betrifft alle Kinder in der Krippe, sowie die Kinder in der Randzeitenbetreuung.

Der Bebauungsplan Nr. 23 "Zweite Erweiterung Haskamps Esch" soll zum Abschluss des Verfahrens endgültig als Satzung beschlossen werden. [jdm]

Ostereiersuche im Pfarrpark

Ostereiersuche im Pfarrpark 2024
Unbeeindruckt vom Regen machten sich die Wippinger Kinder heute auf die Suche nach dem goldenen Ei. Der Osterhase hatte 170 bunte Eier im Pfarrgarten versteckt. Nach längerer Suche konnte Anni Johanning schließlich das besondere Ei finden und freute sich über eine kleine Überraschung. Ob wirklich alle Eier gefunden wurden, kann gerne überprüft werden. [Kathrin Richert]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Dienstag, 02.04.2024: Herbrum
Mittwoch, 03.04.2024: Baccum
Donnerstag, 04.04.2024: Twist
Freitag, 05.04.2024: Emmeln
Samstag, 06.04.2024: Rhede
Sonntag, 07.04.2024: Lähden
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Ostermärsche fordern Verhandlungen über Frieden

Screenshot Borkumer Zeitung

Auch hier im Nordwesten wandten sich verschiedene Ostermärsche gegen den Kriegskurs der Bundesregierung und der Nato. In Lingen, Emden und Oldenburg marschierten die Demonstranten unter dem Motto "Frieden braucht Bewegung". In Emden nahmen 250 Menschen an der Demonstration teil. Sie forderten, diplomatische Bemühungen zu verstärken, um Konflikte friedlich zu lösen und den Planeten zu schützen.

In Oldenburg kritisierte Helmuth Donat in seiner Rede an die Ostermarschierer, die „Zeitenwende“ erweise sich längst als Versuch, Deutschland in eine Kriegs- bzw. Vorkriegsgesellschaft zu verwandeln und in die Zeit des Kalten Krieges – mit Russland als Feindbild – zurückzuversetzen. Die viel beschworene Hinwendung zur „Wehrhaftigkeit“ gehe einher mit einer „Renaissance des Militärischen“. Ein Gemisch aus Biederkeit und Opportunität, aus nationaler Eitelkeit und Überheblichkeit, Angst- und Scharfmacherei, Abschreckungswahn und moralisierendem Kriegsgeschrei habe um sich gegriffen. Es gelte einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen im Ukrainekrieg zu erreichen, der Gefahr von Rechts eine geharnischte Absage zu erteilen und unseren Planeten vor den katastrophalen Folgen eines Kollaps‘ zu retten. [jdm]

Vor 25 Jahren begann die Nato den ersten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg in Europa

Vor 25 Jahren überfiel die Nato Jugoslawien. Bei diesem Angriff wurden unzählige Zivilisten durch den Einsatz von Urangeschossen und Streumunition getötet. 40 Prozent der von NATO-Bomben verstümmelten Opfer waren Kinder. Gezielt legten Nato-Bomben Hunderte Schulen, petrochemische Kombinate, zahlreiche Kraftwerke, Krankenhäuser und auch das Hauptgebäude des öffentlich-rechtlichen Rundfunks RTS in Schutt und Asche. Deutsche Luftwaffen-Piloten flogen über 400 Kampfeinsätze und feuerten dabei über 200 Raketen des Typs AGM-88 HARM auf jugoslawisches Gebiet ab.

Dieser Krieg war durch keine UN-Bestimmung und durch keinen UNO-Beschluss gedeckt und somit vollkommen unrechtmäßig. Es war ein Angriffskrieg, der sowohl von der UN, als auch vom deutschen Grundgesetz verboten war. Durchgeführt wurde er trotzdem und seine Begründung, nämlich „eine humänitäre Katastrophe im Kosovo abzuwenden“, wurde 2022 von Russland bei seinem Angriff gegen die Ukraine übernommen.

Das Kosovo, eine mehrheitlich von ethnischen Albanern bewohnte Provinz Serbiens, das damals mit Montenegro den Bundesstaat (Rest-)Jugoslawien bildete, hatte sich für unabhängig erklärt. Eine vor allem durch Drogengeschäfte finanzierte und von der Kosovarischen Mafia geführte „Befreiungsarmee“ UCK kämpfte bewaffnet gegen die jugoslawische Armee. Die USA sprachen nach Beginn der Bombardierungen von der UCK als ihren Bodentruppen.

Die Nato hatte Anfang 1999 in Rambouillet zu einer Friedensverhandlung zwischen der Bundesrepublik Jugoslawien und der politischen Führung der Kosovo-Albaner eingeladen. Auf Druck der USA unterzeichneten die Kosovaren trotz inhaltlicher Vorbehalte den Vertrag.

Am 17. März 1999 stellte die NATO der BR Jugoslawien ein Ultimatum zur Annahme des Rambouillet-Abkommens. Für den Fall der Nichtannahme wurde die Bombardierung Jugoslawiens angedroht. Im Vertragsentwurf gab es auch den Anhang B, der für Jugoslawien vollkommen unannehmbar war. In Anhang B wurden Forderungen wie die freie Beweglichkeit der NATO in ganz Jugoslawien, inklusive des Luftraumes und der See und ihrer Nutzung für Manöver, Training und andere Operationen (Artikel 8), die völlige Immunität von NATO und NATO-Personal gegenüber jugoslawischen Behörden (Artikel 6) und die kostenlose Nutzung der gesamten Infrastruktur Jugoslawiens (Artikel 10) festgeschrieben.

In den Verhandlungen zeigte sich, dass die Nato nicht vorhatte, die Positionen Jugoslawiens nur zu verstehen, geschweige denn zu akzeptieren. Das Time Magazin zitierte aus den Verhandlungen:

‚Holbrooke: "Verstehen Sie unsere Position?"
"Ja", antwortete Milosevic.
"Ist angesichts Ihrer Position absolut klar, was passieren wird, wenn wir abreisen?" fuhr Holbrooke fort.
"Ja, Sie werden uns bombardieren", sagte Milosevic, als ob die Antwort offensichtlich wäre. "Sie sind eine große und mächtige Nation. Sie können uns bombardieren, wenn Sie wollen."’

Am 24. März begann die Bombardierung Jugoslawiens durch die Nato. Über den Anhang B und auch weitere Vorschläge Jugoslawiens zur Beilegung der Krise berichteten weder die westliche Presse, noch unterrichteten die Regierungen ihre Parlamente. Der wertebasierte Westen hatte mit diesem ersten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg deutlich gemacht, welche Werte er hatte.

Deutschland hatte damals einen grünen Außenminister, der keine Schwierigkeiten hatte, den Angriffskrieg damit zu begründen, dass die Deutschen nach Auschwitz gelernt hätten – und deshalb beim Krieg mitmachten.

Tatsächlich ging es der Nato darum, dem letzten noch formal sozialistischen Staat in Europa ihre Staatsform aufzudrücken und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion klar zu machen, wer hier allein das Sagen hat. [jdm]

Neue Hausarztpraxis in Dörpen eröffnet

Praxisschild Ghobrial

Frau Mariam Nabil Aziz Ghobrial, Fachärztin für Allgemeinmedizin, ist seit Mitte März 2024 in Dörpen, Hauptstraße 33, in Einzelpraxis niedergelassen und hat eine kassenärztliche Zulassung.

Sie bietet hausärztliche Leistungen an. Die Praxis ist unter der Telefonnummer 04963-7814516 zu erreichen. [HM]

Von Kanarienvögeln und Kindern

„Das erste Wirkende ist das Sein des Erziehers, das Zweite, was er tut, das Dritte, was er redet.“ – Romano Guardini (1885-1968) römisch-katholischer Priester und Philosoph.

Im 19. Jahrhundert war es unter den Bergleuten der Silberminen im Harz Usus, einen Kanarienvogel mit untertage zu nehmen, nicht, um sich bei der Arbeit an ihrem Gesang zu erfreuen, sondern als Lebensversicherung. In 800 Meter Tiefe war es heiß und die Atemluft sehr schlecht. Es kam immer wieder zur Bildung von giftigen Gasen wie das geruchlose Kohlenmonoxyd. Wenn eingeatmet konnte es sehr schnell zum Tode führen. Die Vögel reagierten auf das Gas. Zuerst fingen sie an, unruhig zu flattern und wurden dann apathisch, bevor sie ohnmächtig von der Stange fielen und starben. Für die Bergleute, die die Vögel immer wieder beobachteten, war das das Signal, sich in Sicherheit zu bringen. – Obwohl alle Beispiele hinken, wie es so schön heißt, sehe ich in der Geschichte eine Metapher, die uns alle betrifft. Unsere Kinder sind unsere Kanarienvögel. Weiter in Ulrichs Newsletter ... [Ulrich Scholz]

Einladung zur Jahreshauptversammlung des Fördervereins Grundschule und Kita


Der Förderverein für diie Grundschule und die Kita lädt alle Mitglieder, Eltern und Freunde des Fördervereins zur ordentlichen Jahreshauptversammlung am 24.04.2024 um 19:00 Uhr ins Pfarrer-Schniers-Haus Schulstraße in Wippingen, ein.

Auf der Tagesordnung stehen der Jahresbericht, der Kassenbericht, sowie die Vorstandswahlen. [Birgit Kuper-Gerdes]

GDL: „Beispielgebender Tarifabschluss“

„Gegen den heftigen und letztendlich unnützen Widerstand der DB ist es der GDL und ihren Mitgliedern gelungen, die Absenkung der Arbeitszeit für Schichtarbeiter und die 35-Stunden-Woche ohne Entgeltreduzierung für die Zukunft durchzusetzen“, so der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky in einer Pressemitteilung. „Mit dem Tarifabschluss haben wir einen historischen Durchbruch erzielt und sind somit beispielgebend auch für andere Gewerkschaften in diesem Land.“

Diese Einschätzung von Weselsky ist keine Überheblichkeit, sondern entspricht den Tatsachen. Zwar hat die GDL nicht alle ihre Forderungen durchsetzen können, aber das ist bei Tarifverhandlungen nie zu erwarten. Aber der Einstieg in die 35-Stunden-Woche ist gelungen und entspricht dem, was angesichts von immer mehr Arbeitsdichte dringend erforderlich war. Für die Bahn bedeutet dies auch, vielleicht mehr Mitarbeiter gewinnen zu können, weil der Arbeitsplatz Bahn an Attraktivität gewonnen hat.

Der Kommentator der Ems-Zeitung Jonas E. Koch kann es nicht ertragen, dass eine kämpferische Gewerkschaft hier Erfolg hatte. Unter der Überschrift "Tarifkämpfe: Ändert das Streikrecht, damit das nicht nochmal passiert!" propagierte er die gewerkschafts- und arbeitnehmerfeindlichen Forderungen der FDP und der CDU. Im Kommentar beschwerte er sich wieder mal über den angeblichen volkswirtschaftlichen Schaden, den die Streiks verursacht hätten.

Weselsky erklärte zu dem Thema sein Bedauern, dass die DB den Tarifkonflikt über Gebühr verschärft und in die Länge gezogen habe. „Während 29 Wettbewerber keine Probleme damit hatten, sich zügig mit uns zu einigen, glaubte die DB, die GDL wieder einmal mit allen Mitteln und auf allen Ebenen bekämpfen zu müssen. Statt vernünftig zu verhandeln, setzte der Konzern auch in dieser Runde auf Desinformation, Verleumdung und Verärgerung der Kunden mit dem Ziel, uns in den Augen der Öffentlichkeit zu diskreditieren.“

Allein die von der DB gegen die GDL angestrengten – und verlorenen Gerichtsverfahren – seien ein Beleg für den lange Zeit nicht vorhandenen Einigungswillen des Arbeitgebers. „Erneut wurden auf Kosten des Steuerzahlers Millionen verbrannt, ehe man notgedrungen zur Einsicht gelangte. Das hätte man auch deutlich billiger und früher haben können.“

Die Strategie der GDL mit allen Bahngesellschaften Verträge abzuschließen ging auf. Denn was die kleinen Bahngesellschaften für möglich halten, dürfte für den großen Marktführer erst recht kein Problem sein. Und den Kollegen von der großen Gewerkschaft EVG wurde gezeigt, dass mehr möglich ist, wenn die Streikbereitschaft der KollegInnen mit einer klugen und mutigen Verhandlungsstrategie einher geht. [jdm]

KEB: Vortrag Plastik – Fluch oder Segen?

KEB-Plakat: Plastik - Fluch oder segen? 04/2024

Die Katholische Erwachsenenbildung lädt zu einem praktischen Themenabend zum Thema „Plastik – Fluch oder Segen. Plastikmüll und Mikroplastik auf der Spur“ am Do. 18.04.2024 ein.

Plastik und Mikroplastik ist mittlerweile zu einem Problem der Gegenwart und Zukunft für Umwelt, Tiere und Menschen geworden. Wo steckt mittlerweile überall Plastik und Mikroplastik drin? Was muss sich ändern, damit sich was ändert?

Der Abend bietet ab 19:30 Uhr im Pfarrer-Schniers-Haus in Wippingen Informationen, Experimente, Diskussion und Ideen rund um das Thema Plastik und zu persönlichen Handlungsmöglichkeiten. Dabei können eigene Kosmetikprodukte u. auch Bodenproben mitgebracht und analysiert werden. Für alle Interessierten ab 16 Jahren. Informationen und Anmeldung bei Anita Gerdes: 04966/ 99 00 55. [Anita Gerdes]

Kino in der Kirche: Wie im Himmel

Plakat Kino in der Kirche: Wie im Himmel

Am Sonntag, den 07. April zeigt das Gemeindeteam um 15 Uhr in der Kirche den schwedischen Spielfilm "Wie der Himmel" aus dem Jahr 2004. In dem Film geht es um einen international erfolgreichen Dirigenten, der als Erwachsener in sein Dorf zurückkehrt, in dem er als Kind gemobbt wurde und wo sich niemand an ihn als Kind erinnert. Er leitet dann dort den örtlichen Kirchenchor. Es geht im Film um den Traum, die Herzen der Menschen durch Musik zu verbinden.

Der Eintritt ist kostenlos. In der Pause wird ein Steh-Café angeboten. [Anita Gerdes]